Förderverein Maritimer Denkmalschutz e.V.
 

Rheinkran Andernach

Der Rheinkran bei Andernach

 

 

Kran Andernach Zeichnung

 

Andernach war Umschlagplatz der auf dem Rhein versandten Tuffsteine. Der Verladung dieser Steine und anderer Güter diente ein Kranschiff, dessen Verwaltung der Rat in Jahre 1511 an sich zog. Im Jahre 1554 wurde der Bau des noch heute stehenden Kranes nach dem Plan des von der Stadt Köln empfohlenden Kölner Werkmeisters Clais Meußin begonnen. Die Bauleitung lag seit 1556 in Händen des Hans Pergener, dessen Hausmarke noch an dem Kran vorhanden ist. An der Ausführung waren die Meister Philipp Hünermeyer, Hans Emel, Peter von Frankfurt und Hans von Speyer beteiligt.  Im Jahre 1559 war der Bau vollendet. Der Kran wurde 1894 wieder hergestellt.

 

Kran Andernach

 

Er ist ein interessantes, noch mit dem alten Triebwerk erhaltenes Denkmal, das auch künstlerisch eine durchaus originelle Note hat. Es handelt sich um einen stattlichen Rundbau von 8,70 m lichten Durchmesser. Der Sockel aus Basaltlava mit Kehle als Abschluss. Der verputze Oberbau ist eingeschossig und hat einen Maßwerkfries aus Tuff auf kleinen Basallavakonsölchen; das spätestgotische Maßwerk zeigt in einem Halbkreis einen Dreiviertelkreis, der von zwei Kreissegmenten angeschlagen ist.

 

Über diesem Fries beginnt mit einem durch vier Wasserspeier – zwei Löwen, zwei Krokoldile gestaltet – geschmückten Fries eine Brüstungsmauer, die durch acht Tuffpilaster mit veränderten und ausgebesserten Portraitmedaillons gegliedert ist und als Abschluß ein Kranzgesims mit fast vollplastischen Girlanden von Blumen und Blattwerk zeigt,  das um die verhältnismäßig dünnen Pilaster herumgekröpft ist.

 

Der Bau hat zwei in der Achse liegende Türen; die nach der Straße zu zeigt Kielbogenrahmung aus Basallava mit Eselsrückenstab zwischen Hohlhehlen; der Sockel des Stabes mit wechselnd schräg gelegten Hohlkehlen und Perlstäben. Über der Tür neues Tuffrelief des Stadtwappens mit den Zahlen 1554 und 1894 auf alten Basaltlavakonsolen mit Akanthusblattdekor. Das andere Portal (zum Rhein zu) ist rechteckig, zeigt wieder den Eselsrückenstab als Rahmung und die gleichen Blattkonsolen für das alte Tuffrelief eines in der Renaissancerahmung stehenden bewegten Engels, der das Stadtwappen hält, eine Arbeit des Bildhauers Christoph Goltsmit vom Jahre 1556. Der andere 1894 45setzte wappenstein sowie ein Bildwerk „oben auf dem Dachwerk“ waren ebenfalls von Goltsmit.

 

Der Bau zeigt ferner rechteckige Fenster und Maulscharten. An der Rheinseite Galerie auf Vorbau mit Wasserstandsmesser des 17. Und 18. Jahrhunderts und an der Nordostseite ein später vorgebauter spitzwinkeliger Eisbrecher aus Basaltquadern, ebenfalls mit altem Wasserstandsanzeiger.

Der Kran mit dem gebrochenen Dach wurde durch Hebel an der Kranensäule aus Eichenholz bewegt; die Auf- und Abbewegung der Lasten geschah durch zwei große Treträder. An dem Bau befindet sich eine große Zahl von Hausmarken und Monogrammen, meist von Bedienten des Kranes (Kranmeister, -schreiber und –knechte) angebracht. Bemerkenswert ist der verhältnismäßig reiche ornamentale schmuck an einem technischen Denkmal.

 

Quelle:  Die Kunstdenkmäler des Kreises Mayen, Druck und Verlag von L. Schwann; Archiv der Stadt Andernach 2103/84; MDS-Archiv

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/Alter_Kranen_(Andernach) ;

http://www.andernach.de/de/tourismus/stadtrundgang.html

Bildquelle:  http://de.wikipedia.org/Alter_Kranen_(Andernach),